CAS-Tour zu Faber-Castell 2011

250 Jahre Faber-Castell - 18 Freunde der gepflegten Schreibkultur hatten sich Ende März 2011 vor dem Castellschen Schloss eingefunden, um dem gräflichen Motto "gewöhnliche Dinge aussergewöhnlich gut zu machen" nachzuspüren. Sachkundig betreut wurde die Gruppe von Herrn Dr. Bloss.

Die Fertigung holzgefasster Stifte war der erste Teil unseres Programms. Bereits bei der Einführung im Eingangsbereich und auf dem Weg zum alten Heizkraftwerk gab uns Herr Dr. Bloss einen geschichtlichen Überblick über die Familie Faber und das alte fränkische Adelsgeschlecht derer von Castell-Rüdenhausen. Nach einem kurzen und interessanten Videofilm über das Unternehmen und nach Verteilung von Audiogeräten - zwecks besser Verständigung in den Werkshallen - ging es dann zu die eigentlichen Fertigungsstätten der berühmten Stifte. Wie von Lothar Faber bereits früh festgelegt wurde, ist der "gemeine Bleistift" 174 mm lang. Dieses Mass wurde schon damals auch von allen Mitbewerbern übernommen. Während der Werksführung waren alle Maschinen und Arbeitsschritte zum Greifen nah zu beobachten. Das beginnt beim Fräsen der angelieferten Brettchen aus Pinienholz, dem Füllen der gefrästen Nuten mit Leim, dem Einlegen der Graphitmine und Obenauflegen eines entsprechenden Gegenbrettchens. Die Hölzer werden ökologisch verträglich auf Plantagen angebaut und nach der Ernte wieder aufgeforstet. Nach dem Trocknen erfolgt das Abschneiden in einzelne Stifte und Zufräsen der Form (sechseckig oder dreieckig gerundet). Anschliessend werden die Stifte mit wasserlöslichem Lack in einem Mehrschichtenverfahren spritz- bzw. tauchlackiert. Es lagen dann tausende und abertausende von gleichfarbig lackierten Holzstiften vor uns, in jeder Strasse ein andere Farbe.

Nach der Besichtigung des Werks war der Besuch der sonnendurchfluteten Schlosscafeteria mit einem leckeren Mittagessen eine willkommene Abwechslung, um die müden Füsse auszuruhen. Danach ging es weiter zum Faber-Castell-Werksverkauf in das tiptop renovierte ehemalige Gärtnerhaus neben dem Schloss. Sicherlich ein Highlight für uns alle war die perfekte Präsentation der gesamten Kollektion, von den holzgefassten Schreibgeräten über Kosmetikartikel bis hin zur wertvollen Grafen-Serie. Hier konnte sich jeder nach Lust und Laune (und Budget) beim Kauf seines Lieblingsobjekts austoben.

Weiter ging die Besichtigungstour in der historischen Graphitmine, wo die Verarbeitung von Graphitstein und Ton zu Minen gezeigt wurde. Als Energielieferant steht auch heute noch die zwischen Hauptwerk und Mine fliessende Rednitz zur Verfügung. Eine Turbine wandelt das Gefälle des angestauten Flusses in elektrische Energie und deckt damit auch heute noch ein Drittel des Bedarfs für die Produktion. Nach einem ausführlichen Prozess des Mahlens und Siebens werden die Rohstoffe in einer Art Teigknetmaschine miteinander im richtigen Verhältnis zu einer teigigen Masse verarbeitet, um dann in Form gebracht und wie Ton gebrannt zu werden. Die Kunst ist dabei, durch moderne Zuschlagstoffe die Elastizität zu erreichen, sodass ein Stift auch beim Fall auf den Boden keinen Minenbruch erleidet und die modernen Polymerminen beim Einfüllen nicht brechen. 

Den Abschluss der CAS-Tour bildete die Schlossführung. Obwohl das Schloss kurz nach 1900 entstand, wurden beim Bau jedoch verschiedene ältere Stilrichtungen gemixt. Von aussen erinnert es mehr an ein altenglisches mitteralterliches Castle und enspricht in seiner Mischung aus Neogotik und Neoromanik dem Baustil des Historismus, während im Innern viele Jugenstilelemente und die Gründerzeitepoche zu finden sind und oft auch pastellartige Farben einen fröhlichen Eindruch vermitteln. Hier sei besonders das Treppenhaus mit den aufwendigen Wandmosaiken erwähnt. Trotzdem wurde für die damalige Zeit überall der technisch "letzte Schrei" eingebaut. Das fängt bei einer Zentralheizung an und hört bei Bädern mit Waschbecken, WC, gemauerter Badewanne, Dusche mit Kopfbrause und an die Zentralheizung angeschlossenen Handtuchtrockern noch lange nicht auf. Es gab auch schon einen Speisenaufzug und elektrisches Licht.

Der interessante und ereignisreiche Tag wurde mit einem geselligen Beisammensein auf dem inzwischen 8. regionalen (nordbayerischen) CAS-Stammtisch beendet. 

Text: Werner Rüttinger und Winfried Halbleib / Fotos: Magda & Thomas Völker sowie Winfried Halbleib

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Pelikan-Werksbesichtigung 2009

2. Oktober 2009, dem Tag vor dem Hamburger Pen Port, besuchten 40 Mitglieder des Collegium Ars Scribendi aus sieben Ländern den Produktionsbetrieb von Pelikan in Peine und anschliessend das Pelikan-Archiv in Hannover. Es war zwar ein ungemütlicher Herbsttag, aber der Empfang im Pelikan-Werk war herzlich und trotz einiger dunkler Wolken war die Betriebsbesichtigung ein voller Erfolg. Unter fachkundiger Leitung wurden die CAS-Mitglieder durch die diversen Produktionsstufen geführt und konnten sich ein Bild von kompromissloser Qualitätsarbeit machen. Pelikan stellt seine Schreibgeräte mit einer hohen Fertigungstiefe her, auch die Federn stammen aus eigener Produktion. Allein hier sind viele Arbeitsschritte, aber auch Können und Erfahrung notwendig, um aus einem Plättchen Stahl oder Gold das Herzstück eines jeden Füllhalters herzustellen. Besondere Beachtung fand natürlich die Produktion der Luxus-Schreibgeräte, die in liebevoller Handarbeit unter ständiger Qualitätskontrolle zusammengebaut werden. Unser Dank gilt den Herren Ehlers, Köhn und Drefs für die sachkundigen Erläuterungen und kompetenten Antworten auf die zahlreichen Fragen während der Führung.

Von Peine aus ging es weiter nach Hannover ins Stammhaus, wo sich im Pelikan-Archiv die fast 180-jährige Firmengeschichte von der Unternehmensgründung bis in die Neuzeit nachvollziehen lässt. Betreut wird das Archiv mit bewunderswerter Hingabe von Jürgen Dittmer, Co-Autor des bekannten Pelikan-Kompendiums "Pelikan Schreibgeräte/Writing Instruments", der es sich nicht nehmen liess, den CAS-Mitgliedern die besonderen Schätze der Pelikan-Ära zu präsentieren. Die edlen Exponate der Traditionsfirma aus frühen Jahren in alten Vitrinen, die historischen Schriftstücke, die originellen Werbedisplays und die limitierten Editionen lassen die Herzen jedes Scheibgeräte-Aficionados höher schlagen. Wirklich kein Wunder, dass man nach diesen Schreibgeräten sogar eine Vogelart benannt hat. Auch an Herrn Dittmer ein herzliches Dankeschön! 

Der ereignisreiche Tag wurde nach der Rückfahrt mit einem gemeinsamen Abendessen im Hamburger T.R.U.D.E.-Restaurant abgeschlossen, zu dem auch dieses Jahr wieder eine stattliche Anzahl von CAS-Mitgliedern erschienen war. Im benachbarten Museum der Arbeit fand am folgenden Tag der Pen Port Hamburg statt.

Text/Fotos/Video/Animation: Thomas Junge 

Fotoschow Pelikan-Werksbesichtigung
 

 

 

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Montblanc-Werksbesichtigung 2008

Am 2. Oktober veranstaltete Montblanc im Rahmen des Pen Port Hamburg 2008 am Montblanc-Stammsitz in Hamburg-Stellingen eine Werksbesichtigung für CAS-Mitglieder. Da sich die meisten der angereisten Mitglieder sowohl für Vintage-Schreibgeräte als auch für die zeitgenössischen Modelle und limitierten Serien aus dem Hause Montblanc begeistern, wurde es für alle 40 Teilnehmer ein interessanter Nachmittag, der wie im Fluge verging angesichts der vielen facettenreichen Eindrücke, die Montblanc in seiner Fertigung und im Museum bietet.

Nach einem Gruppenfoto vor dem altehrwürdigen Portal des Hauptgebäudes und einem Willkommens-Empfang wurde als Einstimmung der Image-Film "Montblanc - Soulmakers for 100 Years" vorgeführt. Danach wurden 3 Besuchergruppen gebildet - eine davon englischsprachig für die ausländischen CAS-Mitglieder - und verschiedene Abteilungen sowie das Museum besucht.

In der Abteilung Nib-Manufacture liess sich anschaulich der Entstehungsweg der handgefertigten Feder mit all seinen Arbeitsschritten verfolgen. Qualität hat seinen Preis - auch bei Montblanc. Aber die Besichtigungstour machte deutlich, mit wieviel Aufwand, Liebe zum Detail, Streben nach Perfektion und Willen zu technischen und designerischen Innovationen hier Premiumqualität produziert wird.

Im Artisan Atelier galt die ganze Aufmerksamkeit den prachtvollen Einzelstücken und Kleinstserien, die unter Verwendung kostbarer Materialien und Edelsteinen handgefertigt werden. Hier funkelnde Brillanten und schimmernde Edelmetalle, dort Intarsien aus Mammutzahn und Schäfte aus hochglanzpolierten Felssteinen des Montblanc-Massivs - allenthalben optische und haptische Sinneseindrücke der besonderen Art, die nicht nur in der Erinnerung, sondern auch im Portemonnaie so manchen Teilnehmers ihre Spuren hinterlassen werden.

Herr Strehle, langjähriger Mitarbeiter von Montblanc und an der Entwicklung der Limited Editions federführend ("Ha, Thomas, 5 Euro in die Wortspielkasse!") beteiligt, führte die Gruppen durch die Konstruktionsabteilung und abschliessend durch das Montblanc-Museum. Anhand von Prototypen und Designstudien zeigte er anschaulich und detalliert den Entstehungsprozess einiger Montblanc-Schreibgeräte. Im Museum wird die historische Entwicklung des 1906 gegründeten Unternehmens in mehreren chronologisch angeordneten Schauvitrinen gezeigt, in denen viele sehenswerte Exponate der Firmengeschichte ausgestellt sind.

An dieser Stelle geht der Dank des Collegium Ars Scribendi an Herrn Thomas Schnädter, Geschäftsführer von Montblanc Deutschland und an Frau Schlüter, Frau Herbart und Herrn Hammann, die die drei Gruppen charmant und kenntnisreich durch den Montblanc-Stammsitz führten, sowie an die Leiter der Abteilungen Nib-Manufacture, Artisan Atelier, Construction und des Montblanc-Museums, die den CAS-Mitgliedern sachkundig die Arbeit bei Montblanc erklärten und mit viel Zeit und Geduld alle Fragen beantworteten.

Text/Fotos/Video/Animation: Thomas Junge

Weitere Fotos der Veranstaltung können über folgenden Link angesehen werden (Bitte 1. Foto anklicken, dann Fotoshow starten durch klicken auf "Go" oder manuell weiterklicken):

Fotoschow Montblanc-Werksbesichtigung
 

 

 

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CHIPS 2007 - CAS-Trip nach Kopenhagen 2007

Montblanc-Werbung 1936Unter dem 4-Musketiere-Motto "Un pour tous, tous pour un" wurde an einem herbstlichen frühen Samstagmorgen Ende Oktober um 3:30 Uhr die Fahrt nach Kopenhagen angetreten zum CHIPS 2007 - Copenhagen Hamburg International Pen Search 2007, der in guter alter  Tradition der Suche nach dem Heiligen Gral zelebriert wurde. Da alle Teilnehmer aus Hamburg und Umgebung kamen, wurde auf eine Übernachtung in Kopenhagen verzichtet. Nach 4 Stunden Fahrtzeit mit Auto und Fähre wurde in der dänischen Hauptstadt das Forum-Veranstaltungszentrum erreicht, wo einer der grössten Antikmärkte Dänemarks mit rund 450 Ständen auf die angereisten CAS-Mitglieder wartete. Das Stöbern und Suchen nach schönen Schreibgeräten zog sich über mehrere Stunden hin, bis schliesslich die kleinen Schätze vom modernen Cross-Edelfüllhalter über den einheimischen Penol Ambassador der 40er-Jahre bis hin zum Exportmodell des Montblanc Masterpiece aus den späten 50ern zusammengetragen waren.

Im Anschluss an die Antikmesse dann ein Besuch des ältesten, im Jahr 1845 gegründeten Schreibwarengeschäfts Stelling & Fyldepenne Depotet A/S im Stadtzentrum (www.stellingogfyldepennedepotet.dk), wo ein übergrosser koralleroter Penol-Füllhalter an der Gebäudefassade den CAS-Besuchern bereits vor Betreten des Geschäfts das Wasser im Mund zusammenlaufen liess. Der Heisshunger wurde gesteigert am Verkaufstresen, über dem wiederum ein grosser Füllhalter über gute Umsätze wachte. In einer Schauvitrine der italienischen Edelschmiede Delta wurde ein Dankschreiben des dänischen Königshauses ausgestellt, denn Königin Margrethe II. und ihr Prinzgemahl hatten die beiden ersten Exemplare der Limitierten Edition Hans Christian Andersen erhalten.

Gern folgten wir danach der netten Einladung ins Heim unseres dänischen Sammlerkollegen Eric Pedersen und seiner Frau Jette, die in stilgerechtem Ambiente die Teilnehmer des CHIPS 2007 mit lukullischen Genüssen und dänischen Spezialitäten, auch in allseits gepriesenen hochprozentigen flüssigen Varianten, verwöhnten.

Es folgte die Begutachtung der exquisiten Schreibgerätesammlungen von Eric Pedersen und Poul Lund. Atemberaubend! Wunderschöne Parker-Füllhalter und -Bleistifte aus den 20er- und 30er-Jahren in farbenprächtiger Vielfalt und dazu ein Ensemble von erlesenen Montblanc-Preziosen. Ein kleiner Überblick über die interessantesten Stücke findet sich, neben zahlreichen Bildern des Tages, in der folgenden Fotoshow. Beide Sammler stellten dankenswerterweise besonders herausragende Stücke ihrer Kollektionen für die CAS-Website-Rubrik "Pens & Pencils" zur Verfügung.

Alle Teilnehmer des CHIPS 2007 waren sich einig, dass der CAS-Trip nach Kopenhagen ein voller Erfolg war und die Planungen für die nächste Reise laufen bereits.

Text und Fotos: Thomas Junge

Weitere Fotos der Veranstaltung können über folgenden Link angesehen werden (Bitte 1. Foto anklicken, dann automatische Fotoshow starten durch klicken auf "Go" oder manuell weiterklicken):

Fotoschow CHIPS 2007 - CAS-Trip nach Kopenhagen
 

 

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